Scham als Wegweiser – wie NARM® den Weg zurück zu dir und in echte Verbindung öffnet
- Rasmus Chodura
- 7. Nov.
- 3 Min. Lesezeit
Wenn Scham uns klein macht
Vielleicht kennst du das Gefühl, plötzlich zu schrumpfen – in einer Begegnung, nach einem Satz, in einem Moment der Nähe.
Etwas zieht sich zusammen. Du willst dich verbergen, innerlich zurücktreten, unsichtbar werden.
Scham hat viele Gesichter: das Gefühl, „nicht genug“ zu sein, das Bedürfnis, dich zu rechtfertigen, oder der Drang, dich perfekt zu zeigen, damit niemand deine Unsicherheit sieht.
In unserer Kultur gilt Scham oft als Schwäche. Aus NARM-Sicht ist sie jedoch ein feines Signal: ein Hinweis darauf, dass der Kontakt zu dir selbst oder zu anderen gerade brüchig wird; dass im Kontakt gerade etwas gefährlich wird.
Was Scham wirklich ist
Scham ist keine Krankheit. Sie ist ein uralter biologischer und sozialer Reflex – dazu da, Zugehörigkeit zu sichern.
Wenn du als Kind erlebst, dass du mit bestimmten Gefühlen oder Bedürfnissen abgelehnt wirst, lernst du: Ich darf so nicht sein.
Scham schützt dich, indem sie dich davon abhält, wieder verletzt zu werden. Sie hilft, Liebe und Sicherheit zu bewahren – um den Preis der Echtheit.
In der Tiefe bedeutet Scham also: Ich gehe aus dem Kontakt mit mir selbst, um so die Beziehung nach außen zu sichern. Sie zeigt dir also, wo du die Verbindung aufgeben musstest - nicht nur zu anderen, sondern vor allem zu dir selbst.
Wie sich Scham im Körper zeigt
Scham ist nicht nur ein Gedanke, sie ist eine körperliche Erfahrung.
Du erkennst sie z.B. an:
einem Zusammenziehen im Bauch oder in der Brust,
einem plötzlichen Bedürfnis, dich zu verstecken oder still zu werden,
innerem Rückzug trotz äußerer Anwesenheit.
Im Nervensystem wirkt Scham wie eine Bremse. Sie hält dich in einem Zustand zwischen Rückzug und Erstarrung – ein Versuch, dich zu schützen, indem du dich nach innen zurück ziehst und weniger fühlst, was eigentlich da ist.
Wenn du diesen Mechanismus verstehst, kannst du beginnen, ihn wahrzunehmen, statt ihn zu verurteilen.
Wie NARM® Scham versteht
Im NeuroAffective Relational Model (NARM®) wird Scham nicht als „Problem“ behandelt, das gelöst werden muss, sondern als Schutz, der aus einer verletzten Beziehung entstanden ist.
Das Ziel ist nicht, Scham loszuwerden, sondern die Beziehung zu ihr zu verändern.
Denn solange du versuchst, Scham zu vermeiden, bleibst du in ihr gefangen.
In NARM® geht es darum, den Moment zu spüren, in dem du dich von dir entfernst – und gleichzeitig wahrzunehmen, dass du das gerade tust.
Dieses bewusste Wahrnehmen bringt dich zurück in Kontakt.
Ein NARM-Prozess könnte z. B. so aussehen:
Du erzählst etwas, spürst plötzlich Scham, willst dich abwenden.
Anstatt in die Geschichte zu gehen („Ich sollte das nicht fühlen“) bleibst du mit Unterstützung bei der Empfindung.
Vielleicht bemerkst du dann: Da ist Wärme. Da ist Zittern. Da ist Leben.
So beginnt Integration.

Vom Sich-Verstecken zur Selbstverbindung
Viele Menschen versuchen, Scham durch Leistung, Wissen oder Kontrolle zu überwinden – doch damit entsteht nur ein neuer Schutz.
Heilung beginnt, wenn du erkennst: Scham zeigt dir, wo du dich selbst verliers; wo du versucht dich vor Gefahr zu schützen.
Sie markiert den Übergang zwischen Trennung und Kontakt.
Wenn du dich der Scham mit Neugier statt Urteil näherst, verwandelt sie sich.
Dort, wo du dich bisher klein gemacht hast, entsteht Weichheit.
Und dort, wo du dich früher verstecken wolltest, wird Nähe möglich – zuerst zu dir, dann zu anderen.
Wie NARM® dich dabei unterstützt
Auf www.rasmus-chodura.de begleite ich Menschen, die sich in tieferer Weise begegnen möchten – nicht durch Analyse, sondern durch Präsenz.
Meine Arbeit basiert auf dem NARM®-Ansatz, der den Körper, das Nervensystem und Beziehung als Einheit versteht.
Im Kontakt kann Scham ihre ursprüngliche Funktion verlieren – du musst dich nicht mehr schützen, weil du dich sicher fühlst, so wie du bist.
Und genau darin liegt echte Veränderung: in der Erfahrung, dass nichts mehr weggemacht werden muss.
FAQ – Häufige Fragen
Ist Scham immer etwas Negatives?
Nein. Scham ist zunächst ein Schutz. Erst wenn sie chronisch wird, trennt sie uns von Kontakt und Lebendigkeit.
Wie hilft NARM® bei Scham?
NARM® arbeitet mit dem Nervensystem. Wenn du lernst, bei Scham präsent zu bleiben, kann dein Körper spüren: Ich bin sicher, auch wenn ich mich zeige.
Kann ich Scham „loswerden“?
Das Ziel ist nicht, Scham zu beseitigen, sondern ihr den Schrecken zu nehmen. Wenn du sie wahrnehmen darfst, verliert sie ihre Macht.
Wie merke ich, dass sich Scham verändert?
Du spürst mehr Weite, weniger Druck, mehr Mitgefühl. Du kannst in Kontakt bleiben – auch, wenn du dich verletzlich fühlst.




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